Samstag, 24. Mai 2014

The angels have landed

Da mich ein grippaler Infekt kurzzeitig ausgeknockt hatte, komme ich erst jetzt wieder zum Schreiben. Hab mir gestern im Supermarkt (!) erstmal ein Anti-Schmerz-Fieber-Schnupfen Mittel gekauft, wohlgemerkt mit fachlicher Beratung durch einen zertifizierten Apotheker. Außerdem ist der Küchenrollen- und Taschentücherverbrauch mal eben um 1000% gestiegen. Dabei ist aufgefallen, dass in Amerika alles dünner ist als bei uns - das Klopapier, die Küchenrolle, die Taschentücher und auch der Kaffee - nur nicht die Menschen. Aber ich schweife ab.

Am Mittwoch waren wir im Zion National Park. Vor uns lag der heißersehnte Aufstieg zum so genannten "Angels Landing", einem ca. 500 Meter hohen Felsmonolithen.


Die Wanderung war mit insgesamt 4 Stunden (Hin- und Rückweg) beziffert, was gut hinkam. Der Aufstieg war stellenweise echt hart und ging über sehr steile Wege, die uns Einiges abverlangten. Der letzte Kilometer toppt dann noch mal alles. Hier geht es quasi an der Felswand entlang auf schmalen Pfaden und man hat nur eine Eisenkette zur Sicherung. Aber wenn man erstmal oben angekommen ist, dann entschädigt das für alle Mühen. Der Ausblick ist einfach der Hammer!!!




Insgesamt war der Zion National Park der bisher schönste Nationalpark. Er vereint spektakuläre Felsformationen mit nahezu idyllischen Tälern und Flussläufen. Vor unserer Weiterfahrt nach Vegas war das also genau das Richtige, um nochmal ein wenig Natur zu genießen und im Rückblick hätte man hier gut noch einen weiteren Tag verbringen können.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Real american day

Der heutige Tag kann zusammengefasst als real american day bezeichnet werden.

Zuerst gab es ein wirklich gutes und original amerikanisches Frühstück im Diner nebenan. Hier passte wirklich alles, von der Einrichtung mit den klassischen Barhockern am Tresen und den dick gepolsterten Sofas, bis hin zum typischen Breakfast, was dazu noch richtig lecker war.
Es gab ein Schinken-Käse-Omelett mit Hashbrowns (eine Art Kartoffel-Reibekuchen) und Toast für mich und einen English-Muffin (eine Art Sandwich) für Soeren. Da es uns so gut gefallen hat, werden wir morgen früh direkt nochmal hin gehen.

Gut gestärkt ging es dann zum Tagesziel, dem Bryce Canyon National Park.


Wir hatten uns eine kleine Wanderung von insgesamt ca. 2 Stunden rausgesucht, die wir auch erfolgreich gemeistert haben. Obwohl man sagen muss, dass sich gerade bei längeren Aufstiegen die Höhe von 2.700 Metern durchaus bemerkbar macht. Da geht einem als Flachlandtiroler schon mal schneller die Pumpe, als man es normalerweise gewohnt ist. Die Temperaturen haben im Vergleich zu den ersten Tagen auch deutlich nachgelassen und der Wind hatte heute schon fast nordeutschen Standard erreicht. Wir haben aber keine Mühen gescheut und keinen Aussichtspunkt ausgelassen, um die besten Fotos zu ergattern.





Um unseren real american day gebührend abzuschließen, sind wir zum Abendessen beim hießigen "Italiener" eingekehrt. Dabei handelte es sich eigentlich um ein Diner ähnliches Lokal, welches laut Werbetafel "Pizza, Pasta and more" anbot. Die einzige Pasta auf der Karte waren allerdings Spaghetti mit Fleischbällchen, so dass es auf eine Pizza hinauslief. Wir hatten uns bereits die Xtra-Large Pizza für zwei Personen ausgesucht. Allerdings wieß uns die freundliche Bedienung bei der Bestellung darauf hin, dass diese normalerweise für acht Personen gedacht ist. Dem Rat der Kellnerin folgend, entschieden wir uns dann für die Medium Pizza für uns beide, was auch tatsächlich völlig ausreichend war.
Zurück im Motel gab es dann zum krönenden Abschluss noch ein Basketballspiel im TV und ein kleines Feierabendbierchen. Alles in allem ein rundum gelungener Tag!


Dienstag, 20. Mai 2014

Arizona/Utah - Canyon States

Gestern und heute standen weitere eindrucksvolle Canyon-Trips auf unserem Programm. Zugegeben, nach dem Grand Canyon lag die Messlatte extrem hoch. Aber dennoch sollten unsere Erwartungen nach dem gestrigen und heutigen Tag erneut übertroffen werden.

Nach unserer Abreise vom Grand Canyon am Sonntag ging es geradewegs Richtung Monument Valley. Dem Schauplatz unzähliger Westernfilme und einem der Wahrzeichen Amerikas.


An dieser Stelle sei ein kleiner Exkurs zu unserem Mietwagen gestattet. Dank Tempomat und Automatikschaltung ist er quasi zum Cruisen geboren. Aber wehe es steht ein Überholmanöver an. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Amis es schaffen, aus so viel Hubraum, so wenig Drehmoment rauszuholen. Die Karre hat eine Beschleunigung wie eine Schrankwand bergauf in Antirutschsocken!

Aber egal, bisher hat er uns zuverlässig überall hingebrach, so auch zum Monument Valley. Wir sind vor Ort auch direkt mit einem Einheimischen ins Gespräch gekommen. Mr. Walker hatte Probleme mit seiner Kamera, die sich leider als irreperabler Schaden herausstellten. Daraufhin musste eine Einwegkamera als Ersatz herhalten. Mr. Walker hat uns dann noch ein paar Reisetipps gegeben. Er selber war ein Kriegsveteran und unterwegs mit seinem 25 Jahre alten T2 VW Bus. Seine Frau passt derweil zuhause auf die sechs Katzen auf. Sobald er wieder zurück ist, macht sie dann Urlaub auf Hawaii. Da hat er eine eigene Immobilie. Er war echt ein uriger und netter Typ und hat uns zum Abschied direkt noch seine Visitenkarte in die Hand gedrückt. Vielleicht verschlägt es uns ja auch noch mal nach Hawaii...


Nach kurzer Fahrt haben wir dann auch noch DAS Foto bekommen. Dieses war ein absolutes Muss und darf in unserer Sammlung definitiv nicht fehlen.


Unser Tag endete schließlich nach einer Pizza in einem netten kleinen Motel in Page, von wo aus am kommenden Tag einige Touren auf dem Zettel standen.

Nach gutem Frühstück war zunächst der Upper Antelope Canyon unser Ziel. Dieser liegt auf Navajo Gebiet und wird auch von den Ureinwohnern verwaltet. Das Besondere an dem Canyon sind die beeindruckenden Farben- und Lichtspiele, die sich durch die Sonneneinstrahlung ergeben.
Unsere geführte Tour startete gegen 10:00 Uhr und zunächst ging es mit einem fetten 4x4 Pick Up ca. 15 Minuten zum Eingang des Canyons. Alleine für die Fahrt hat sich der Ausflug schon gelohnt. Unser Navajo-Guide hat uns während der Tour viele und interessante Backroundinfos gegeben. Fototechnisch gesehen hatten wir echt den perfekten Tageszeitpunkt erwischt, wie folgende Bilder erahnen lassen.




Das letzte Bild ähnelt einem Sonnenaufgang im Monument Valley. Wir finden, dass das auch ziemlich gut hinkommt.

Ein weiterer Fotospot rund um Page war die so genannte Horseshoe Bend, eine natürlich entstandene Krümmung des Colorado River. Es ist schon beeindruckend, wenn man am Rand zum Abgrund stehen kann, ohne durch irgendwelche Absperrungen oder Begrenzungen gestört zu werden. In Deutschland wäre das absolut undenkbar.



Ein weiterer Tag unvergesslicher Eindrücke neigt sich damit dem Ende. Wir haben ein wirklich schönes und preiswertes Motel gefunden und uns zum Abschluß des Tages ein super Steak gegönnt. Morgen ist der Bryce Canyon National Park unser Ziel und Ihr seid natürlich wieder fast live dabei.

Sonntag, 18. Mai 2014

Grand Canyon

Nach typisch amerikanischem Frühstück - Rührei mit Speck und frittierten Kartoffelscheiben, sowie Toast mit Marmelade - in einem lauschigen Diner ging es heute ohne Umwege Richtung Grand Canyon.


Es ist schon ziemlich beeindruckend, wenn man durch die Landschaft fährt bzw. geht und plötzlich vor diesem gewaltigen Einschnitt in der Natur steht. Da läuft der Zeigefinger heiß und der Auslöser der Kamera ist im Dauereinsatz. Bei unserer Wanderung entlang am oberen Rand des Canyons jagte somit ein Fotomotiv das Nächste und wir wurden zunehmend mutiger, auch mal am Rand der Steilwand Platz zu nehmen.



Wir konnten uns auch noch zu einem kurzen Abstieg in den Canyon motivieren. Natürlich reichte die Zeit nicht, um bis ganz nach unten zu kraxeln, aber für überwältigende Eindrücke war es allemal gut. Da Worte jedoch nicht ausreichen, um diese Eindrücke zu beschreiben, lassen wir nun noch ein paar Bilder sprechen.







Fazit des Tages: Grand Canyon roocks!!!

Route 66

Nach der L.A.-Großstadterfahrung stand gestern der erste Tag on the road auf dem Programm - also absolutes Kontrastprogramm. Zumindest nachdem wir den Großraum L.A. endlich verlassen hatten. Wir hatten zwar unsere Naviapp am Start, aber aufgrund der Verkehrslage und verzögertem Reaktionsvermögen haben wir die ersten beiden Abfahrten verpasst. Bei der dritten möglichen Abfahrt wurde dann die so genannte "Horbwende" geboren. Bedeutet im Klartext den letztmöglichen Zeitpunkt zur Abfahrt zu nutzen, gepaart mit rasantem Überqueren mehrerer Spuren.

Somit waren wir endlich auf Kurs Richtung Route 66. Diese verläuft größtenteils parallel zum neuen Freeway. Allerdings gibt es auch noch historische Abschnitte der Route 66, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten.




Der Weg führte uns bei Rekordtemperaturen um die 42°C unter anderem durch das verschlafene Westernstädtchen Oatman, wo wir uns einen zünftigen Burger genehmigten. Als Beilage waren Chips ausgewiesen und diese entpuppten sich als genau das - nämlich eine Tüte Kartoffelchips. Naja, andere Länder andere Fritten...

In Oatman leben insgesamt eine Menge Esel - neben typischen Rednecks auch die gleichnamigen Reittiere, mit denen Touren durch die Umgebung gemacht werden können. Bei Fahrten durch diese Gegend muss aber offensichtlich nicht nur auf kreuzende Esel und anderes Getier geachtet werden.


Nach endlosen Serpentinen durch absolut verlassene Wildnis, kamen wir am Ende des Tages in unserem Etappenziel Kingman an. Hier lud der Pool des Motels zu einem abschließenden Entspannungsbad mit Bierchen ein.
Auch wenn wir nahezu den gesamten Tag im Auto verbracht haben, hat es sich nicht so stressig angefühlt wie die gleiche Strecke in der Heimat zurückzulegen. Wahrscheinlich weil so viele überwältigende Eindrücke auf einen einwirken, so dass die Zeit schnell verfliegt. Und wie soll das erst morgen werden, wenn wir den Grand Canyon bewandern?

Freitag, 16. Mai 2014

Sightseeing in L.A.

So, den Flug, die Immigration und die erste Nacht im Motel haben wir gut überstanden. Auch wenn die Klimaanlage alles dafür getan hat, uns die Nacht so laut wie möglich zu bescheren.
Nach ausgiebigem und besserem Frühstück als erwartet, stand uns der erste Urlaubstag in L.A. bevor. Dafür, dass wir eigentlich nix groß geplant hatten, haben wir ungefähr alles gemacht was man sich vorstellen kann.
Erstmal in unseren GMC geschmissen und ab Richtung Santa Monica Pier. Der Wagen kommt ab Werk mit eingebautem Greatnessfaktor und man fällt nicht weiter auf, weil die Dinger hier jeder fährt. Somit outet man sich erst als Touri, wenn man aussteigt und den Mund vor Staunen nicht mehr zubekommt (und durch die englische Bräune, die sich nach dem ersten Tag ohne Sonnencreme bei 37°C und kompletter Wolkenabstinenz einstellt). 


Beim Schlendern am Santa Monica Beach fallen zum einen die extra Fahrrad- und Bladerstraßen auf und zum anderen, dass hier eigentlich alle Leute gut aussehen. Selbst die Obdachlosen haben eher was von Surfertypen als von typischen Pennern, wie man sie aus der Heimat kennt. 
Ein Fotoshoot im klassischen Lifeguardtower und am weltberühmten Muscle Beach darf natürlich nicht fehlen. Auch wenn wir die neidischen Blicke auf unserer Seite hatten, aber damit muss man halt leben.



Nach kurzem Fahrer- und Stellplatzwechsel haben wir noch einen Abstecher in die Fussgängerzone gemacht. Bei brütender Hitze sind wir etwas rumgebummelt und haben die fettigste Pizza unseres Lebens gegessen. Es war angeblich die beste Pizzeria New Yorks, aber in L.A. haben sie anscheinend Irgendwas falsch gemacht.

Anschließend wollten wir den Hollywood Hills und dem berühmten Hollywood Sign noch einen Besuch abstatten. Da wir nicht wussten, was uns erwarten würde, klang das zunächst nach einer guten Idee. 
Nach ewigem Rumkurven und kurz vor schlussendlicher Verzweiflung, haben wir dann doch den richtigen Weg gefunden. Nachdem uns ein freundlicher Einheimischer die Richtigkeit unseres Aufenthaltortes bescheinigt und den Fussmarsch zum Hollywood Sign mit ca. 30 Minuten beziffert hat, machten wir uns auf die Socken. Bei 37°C und nahezu schattenfreier Wanderstrecke entpuppte sich dies als anstrengender als gedacht. Zumal es nur bergauf ging und 30 Minuten in Amerika wohl eher 50 entsprechen. Man muss halt erstmal reinkommen in die einheimischen Maßeinheiten...

Nach endlosen Serpentinen und nur teilweise in Erscheinung tretendem Hollywood Schriftzug, standen wir kurz vor der Kapitulation. Zu allem Überfluss war der halbe Liter Wasser auch schon fast aufgebraucht und wir ertappten uns bereits bei der Überlegung, vorbeiziehende Jogger freundlicher Weise um Ihr Getränk zu erleichtern. Wir beschlossen schließlich nach der nächsten Kurve umzukehren, sofern kein Hollywood Sign in Sicht käme. Doch wir sollten für unsere Mühen und die Entbehrungen belohnt werden - und zwar mit der perfekten Fotolocation.





Wir haben den ersten Tag also echt gut genutzt und haben uns im Hotelzimmer noch ein schönes kühles Bier gegönnt. Morgen geht die eigentliche Reise dann los und es werden sicherlich noch einige Abenteuer auf uns warten. Let's hit the road!


Dienstag, 13. Mai 2014

California here we come!

Aus Spinnerei wurde Träumerei und schließlich ein Plan - Road Trip USA 2014!

Vor ziemlich genau einem Jahr fassten wir den Entschluss, unseren Traum vom Road Trip durch Kalifornien in die Tat umzusetzen. Warum auch nicht um den halben Globus fliegen, um vor Ort über 4.000 Kilometer bei knapp 30 Grad in einem Auto abzureißen?! Nebenbei in billigen Motels oder in (hoffentlich) bärensicheren Zelten pennen. Ein wahrer Traum!

Von diesem Traum wollten wir aber dennoch nicht ablassen und haben Ende vergangenen Jahres schließlich den Flug gebucht. Damit gab es kein Zurück mehr. Amerika, wir kommen!

Gut, Amerika ist das wahrscheinlich ziemlich egal. Halt zwei weitere verrückte Touris, die sich mit gebrochenem Englisch und gegen Null tendierender Erfahrung im Roadtrippen irgendwie durchschlagen wollen. Aber das macht es doch aus. Das macht den Trip zu einem echten Abenteuer. Morgens nicht zu wissen wo man abends einkehren wird, oder ob die Bären noch Honig fürs Frühstück übrig gelassen haben.

Schließlich stand auch die Road Map und wir hätten eigentlich starten können. Wären da nicht noch die ewig langen Monate des Wartens gewesen, die uns im Wege standen. Aber auch diese haben wir genutzt - für die weitere Planung und um ein bisschen Taschengeld anzusparen. Ok, ein paar Scheine sind auch von Omas und Vadderns Brieftasche in unsere Reisekasse gewandert. Aber Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten!

Diesen Leitsatz werden auch wir uns zu Herzen nehmen, wenn es morgen endlich mit dem Flieger Richtung USA geht. California here we come!


Nachtrag: Die Flüge haben wir tatsächlich schon im Juni vergangenen Jahres gebucht. Verdammt, wie die Zeit vergeht :-)